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Kambodscha Tagebuch |
12. Januar 2005
Die Männer haben Feierabend, den ganzen Tag haben sie auf Fahrgäste gewartet, gefeilscht, knapp genickt, wenn der Preis zu niedrig war, ihre Fahrgäste saßen hinter den Fahrern auf, manchmal allein, manchmal eine ganze Familie und dann schlängeln sie sich durch den Verkehr, hin zu Zielen die nicht ihre sind. Manche von ihnen haben ihr Motodup geliehen und müssen Miete zahlen, da bleibt vom Gewinn eines Tages nicht mehr viel übrig. Manche von ihnen haben noch einen, oder zwei andere Berufe. Ausnahmsweise gibt es heute abend billigen Schnaps. Nach ein paar Gläschen werden sie nach Hause fahren, zu ihren wartenden Frauen. 18. Januar 2006
24. Januar 2006
Zitat „Für ein paar Tage nimmt UNICEF uns ist auf eine Projektreise nach Kambodscha sie soll unsere Kenntnisse über dieses Kand vertiefen und uns helfen, die soziale Verantwortung zu tragen, die wir in allen Ländern, in denen wir Kleidungstücke fertigen lassen, auf uns nehmen nöchten.“ Zitat Ende Der Artikel über die Reise nach Kambodscha und die Besichtigung verschiedener UNICEF Projekte, die unter anderem auch finanziell von H&M unterstützt werden befindest sich
25. Januar 2006
Jetzt bin ich wieder befreit vom Zwang alles zu interpretieren und schaue in diese Gesichter die genug erzählen, für den der nur Schauen ist. Es gibt Bilder die brauchen keine Erklärung! In meiner Erinnerung lebt alles fort was ich gesehen habe und noch sehen werde, manches wird scheinbar vergessen. Ich habe heute so viele Menschen, die ich fotografierte und mit denen ich lebte wieder getroffen, dass ich ganz Staunen bin, dass ich sie wirklich traf. Auch wenn es banal klingen mag: Das Leben ist ein Geschenk! Eine Kamera kann zum Tagebuch werden und vergängliche Augenblicke festhalten. Bei Menschen die glauben nicht schreiben zu können, häufen sich die Bilder und sie treten ihre Rückreisen an, wie andere wenn sie lesen. 31. Januar 2006
Zu Hause im Internet erfuhren wir dann vom Tod Simon Huttons. im Juni 2005 in Phnom Penh. …. bevor ich den Bären helfen würde, würde ich immer zuerst den Menschen helfen wollen. Die letzten fünf Kilometer bis zum Zoo sind Sandpiste. In regelmäßigen Abständen standen sehr alte und oft gebeugte Menschen, mit Wassereimern am Straßenrand, bevor unser Auto sie erreichte machten sie die Straße vor sich mit einer Schöpfschale Wasser aus den Eimern nass, wie eine Segnung und aus dem praktischen Grund nicht so sehr von der uns nachfolgenden Staubfahne eingenebelt zu werden. Wir waren nicht darauf vorbereitet und so waren unsere Geldscheine recht schnell verteilt. Die alten Menschen sprachen Segenssprüche für unser weiteres Leben. Es war ein skurrile Situation und mir fehlen die Worte meine Gefühle zu beschreiben. Manche von ihnen waren von einem Leben schwerer körperlicher Arbeit gekrümmt und konnten nicht mehr aufrecht gehen. In ihren Gesichtern standen viele Erlebnisse, Schöne und Schwere, geschrieben. Im Wat erfuhren wir von einem Mönch, dass diese alte Menschen keine Familien mehr haben und das sie jeden Samstag und jeden Sonntag die Straße säumen um von Besuchern de Zoos Geld zu bekommen. Davon bestreiten sie ein bescheidenes Leben und für ein gutes Karma im nächsten Leben bringen sie das Wenige das sie haben in das Wat, damit die Mönche für sie beten. Wenn dieser Artikel dazu Beiträgt, dass die nächsten Wochenend Zoobesucher genug Geldscheine dabei haben um sie aus dem Fenster zu reichen, dann wäre dies ein bescheidener Erfolg. 2. Februar 2006
Montag - In Sampov Loun Distrikt ein 19 Jähriger Student grub hinter dem Haus seiner Familie um, als der Spaten auf ein Frosch Mine stieß. Die Mine explodierte und riss ihm seinen Unterschenkel bis zum Knie weg. 06. Februar 2006
Sale Shorea Robusta, malvenartig, gehört zur Familie der Flügelfruchtgewachse. Zwei der Legenden die sich um diesen Baum ranken besagen dass Buddha unter einem Sale Shorea Robusta Baum geboren wurde, in der anderen Legende starb er unter einem solchen Baum. Deshalb gilt dieser Baum als besonders heilig. Ein Sale Baum wächst mit den Wurzeln in die Unterwelt und seine Krone streckt sich, mit den Blättern die so gewachsen sind, dass den Stamm des Baumes noch sonnenlicht erreicht, in den Himmel. Genutzt wird der Baum auf verschiedene Weise, zum einen sind seine Öle in Schokolade zu finden, zum anderen als einfaches Lampenöl, um Boot abzudichten, in Zeiten von Hunger wurde seine Frucht zu Mehl verarbeitet, Farbe für religiöse Zeremonien. Der Baum wächst hauptsächlich in Indien, Nepal, Bangladesch und im Osten von Burma. Ob die drei Sale Shorea Robusta Bäum, im Park des königlichen Palastes, die einzigen in Kambodscha sind, kann ich nicht sagen. Inzwischen weiß ich das die drei Bäume im Königspalast gar nicht Shorea Robusta heißen, sondern viel mehr Couroupita Guianesis, Kanonenball Baum so lautet der englische Name ins Deutsche übersetzt. Ursprünglich kommt dieser Baum aus Süd Amerika ist inzwischen aber in Thailand, Vietnam, Kambodscha, Indonesien, Sri Lanka, Malaysia und Indien zu Hause. Man findet ihn innerhalb der Pagoden, beziehungsweise Tempel dort wurde der Baum zur Verehrung Buddhas gepflanzt. Der Duft der Blüten ist malvenartig, die Frucht reift am Stamm, mich erinnert sie eher an einen Basketball als an eine Kanonenkugel. In Kambodscha kochen Frauen aus den getrockneten Blütenblättern einen Tee um die Geburt einzuleiten. 18. Februar 2006
Vom Strand aus werde ich mich nicht melden, meine Tastatur ist gerade wieder gestaubsaugt worden, da werde ich mir keinen Sand reinschaufeln.
15. März 2006 – Postkarte aus Kambodscha 002 Wieder am Meer. Paradiesische Zustände, hier kommen die frittierten Langusten auf den Köpfen der Frauen daher, die sie geschickt auf runden Tabletts balancieren. Sie filetieren die Langusten und beträufeln sie mit einigen Tropfen Limonen, Carsten und ich brauchen das köstliche Fleisch nur noch in den Mund zu stecken. Näher kann man dem Paradies fast nicht kommen.
Carsten fragt sich immer wieder laut warum man noch nach Thailand ans Meer fahren soll.
Liebe Grüße vom Meer
Claudia Klinger war in Kambodscha. Nach einigen Jahren virtueller Bekanntschaft und einigen e-Mails mit anregenden Gedanken, konnten wir uns in Phnom Penh, im „The Shop“ zum ersten Mal persönlich treffen. Im hinteren Teil des Cafes saßen wir gut zwei Stunden zusammen und es war nicht eine Minute langweilig. Jetzt sind ihre ersten Eindrücke online. Die Fotos sind hervorragend geworden.
23. März 2006 Weil Eiline gefragt hat und diese Baustelle nun schon so lange hier zu sehen ist und deren Vorankommen man fast wöchentlich hier verfolgen kann, hier ein paar Informationen, allerdings nur Gerüchte. Wer hier baut? Es soll der Manager von Tiger Beer aus Thailand sein. Er soll in dieses Haus einziehen, mit drei Personen. Allerdings das erste was schon stutzig macht ist das Tiger Beer ein Unternehmen aus Singapur ist. Es bleibt also auch weiterhin spannend. Morgens stehen einige Cyclo- und Motoduppfahrer vor der Einfahrt und hoffen als Tagelöhner eingestellt zu werden. Die Arbeiterzahl die auf der Baustelle beschäftigt ist schwankt sehr, mal sind es nur ganz wenige mal sind es über Dreißig. Zur Zeit sind es wieder ein paar Arbeiter mehr, dass Dach nimmt immer deutlichere Formen an. Nachts ist jedes der glaslosen Fenster erleuchtet und die leeren Fensterhöhlen sehen lebendig aus, an den betongrauen Wänden ist kein Schatten zu sehen, so dass ich nicht glaube das dort auch in der Nacht gearbeitet wird Die Hütten im Vordergrund sind nicht etwa die Behelfsbehausungen der Bauarbeiter, hier wohnen unsere Nachbarn an der gegenüberliegenden Straßenseite der Nummer 380. 24. März 2006
4. April 2006 - 10 Jahre Süd Ost Asien
Heute Abend feiern wir und gehen in ein sehr gutes Restaurant! 28. April 2006
Unsere Dachterrasse ist größer als das Stück Land, dass man Familien außerhalb von Phnom Penh geben wird, da auf ihrem bisherigen Land eine Firma wachsen soll. Das Grundstück das jede Familie bekommen soll ist 12 x 5 m. Jeden Tag fällt mein Blick immer wieder auf die Baustelle, auch in der Dunkelheit, alle Fenster dort sind erleuchtet und die großen Straßenlaternen auf dem Grundstück sind ebenfalls an. Jeder Besucher der an die Brüstung der Dachterrasse tritt und das lebhafte Treiben unten auf der Straße betrachtet fragt irgendwann: Wer dort wohl einziehen wird? So erklärt es sich von selbst, dass „die Baustelle“ auch einen festen Platz im Phnom Penh Blogg hat. Das Foto ist übrigens das erste das ich mit meiner Camera wieder machen konnte, ohne die pixligen Farbveränderungen und Streifen. 20 USD hat mich der Einbau des Ersatzteil gekostet. Bei der Reparatur ist der Blitz kaputt gegangen, angeblich wäre er schon kaputt gewesen, ich kann mit Fotos belegen das es nicht so ist, doch im Sony Service Center in Phnom Penh wusste ich mir keinen Rat. Da stand der Feinmechaniker und behauptet es sei bereits kaputt gewesen als er das schwere Objektiv öffnete und ich die ganz erstaunt, dass der Blitz nun nicht mehr geht, seit dem die Camera im Service Center von Sony war. 01. Mai 2006
08. Mai 2006
Es gibt Baumriesen in der Stadt, die haben sich selbst ein Denkmal setzen können, unangetastet von den Motorsägen der städtischen “Gärtner”. Schaut man ihnen bei der Arbeit zu, dann kommen einem große Zweifel an ihrem Wissen über ihr tun. Haben sie ihre Arbeit beendet, dann bleiben mächtige Stämme zurück und im Bereich wo sich einst eine ausladende Baumkrone über die gesamte Breite der Straße ausgebreitet hatte sind ein paar einzelne dicke Äste geblieben. Von Fern sieht ein solch getrimmter Baum aus wie ein Streichholz mit einem Pomp anstelle des roten Schwefelköpfchens. Sehe ich Baumriesen wie diesen die Geschichte abgeben könnten hätten sie diese gespeichert, dann möchte ich sie beschützen, vor den Männern die für ein paar Riel im Monat ihnen zu Leibe rücken, mit schwerem Gerät schwitzend und voller Rinde und Sägestaub ihre Arbeit tun, von der sie leben. Dieser Baum befindet sich in vertrauter Nachbarschaft mit dem National Museum, dass 1920 gebaut wurde und zu den schönsten Gebäuden in Phnom Penh gehört, von dem Bau könnte der Baum Geschichten erzählen. 11. Mai 2006
Der Geruch hat auch einen vorbeifahrenden Motodupfahrer angelockt, der vor dem nächsten Fahrgast etwas zwischen die Zähne nehmen möchte. Kritisch betrachtet er das Fleisch und beginnt dann die Verhandlung über den Preis, mit dem Mädchen. Man einigt sich und der Zweiradtaxifahrer isst gleich an Ort und Stelle. Mit dem halb gegessenen Spieß winkt er nach einem Fahrgast: „Motodup?!“, ruft er. Das Mädchen geht zur Abendschule dort lernt sie Englisch. Die Eltern bezahlen für diesen extra Unterricht. Ihre Mutter übernimmt den Imbiss.
Phnom Penh, Mittwoch den 24. Mai 2006 Ein Gespräch unter Fotografen, Kleingewerbebetreiber, wie man sie wohl in Deutschland nennen würde. Man findet sie überall dort wo ein Ort viele Menschen anzieht. Kambodschaner lieben es sich fotografieren zu lassen, vor einem blühenden Strauch, vor der größten Uhr in Kambodscha. Manch einer überschätzt dann leicht die Möglichkeiten des Weitwinkels und muss enttäuscht feststellen das die Uhr und die Stupa von Wat Phnom zusammen nicht auf ein Bild zu bekommen sind. Reiche US-Kambodschaner mieten sich einen solchen Fotograf auch schon einmal für eine Stunde dann stellt man sich nebst Gattin überall dort in Positur wo man gewesen sein sollte. Wieder zu Hause werden dann die Bilder gezeigt, für ein paar Riel der Beweis dort gewesen zu sein wohin manch einer wandern würde, wenn es zu mehr reicht als der Familie in Kambodscha Geld zu schicken, wenn man auch gleich selbst reisen kann und mit eigenen Augen sehen was sich verändert hat in Kambodscha. Vielleicht vortasten und sehen ob man wieder zurück geht. Der Fotograf liefert abends nach dem Entwickeln frei Haus – oder ins Hotel. Diese Seite wird unregelmäßig aktualisiert! Aktuelle Einträge finden sich im: phnompenh.blogg.de |
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